Kontakt

Kirchenmusikdirektor Christoph Schoener

Hauptkirche St. Michaelis

Englische Planke 1
20459 Hamburg

Tel. (040) 376 78-143
schoener.hamburg@gmx.de

Pressestimmen Christoph Schoener

Die Rache in c-Moll
Ein Mensch schreit zu Gott, auf dass der dem irdischen Unrecht ein Ende bereite. Darum geht’s im (Rache-)Psalm 94, den Julius Reubke zur religiösen Basis seiner singulären Orgelsonate erkor. Am 17. Juni 1857 besorgte der Komponist selbst die Uraufführung des Werks an der bis heute erhaltenen großen Ladegast-Orgel des Merseburger Doms. Ein knappes Jahr später war er tot, dahingerafft von der Tuberkulose. Jetzt brachte Christoph Schoener diese Sonate mit ihrer Mehrsätzigkeit in der Einsätzigkeit ins Freiburger Münster. Und zwar so, wie sie angefasst werden muss: hoch virtuos und hoch emotional. Beim Hamburger Michel-Musikchef spürte man die Erfahrung im deutsch-romantischen Genre, vor allem die in Sachen Liszt. Ohne ins Epigonale abzudriften, sind Bezüge zu dessen "Ad nos"-Fantasie aus dem Jahr 1850 in der Sonate des Liszt-Eleven unverkennbar.

Vom Hauptspieltisch aus wies Schoener den einzelnen Münsterorgeln bei Reubke die Aufgaben zu. Als versierter stilkundiger Dramaturg und Gebieter über eine breite, durch die kraftspendende Michaelsorgel wunderbar erweiterte Klangpalette tat er’s. Ohne das neue Metzler-Instrument auf der Westempore wären manche Reserven nicht zu entfesseln gewesen. Der finale c-Moll-Akkord: so kraftvoll und düster wie nie – so, wie Rache eben sein kann. 1827 avancierte das Freiburger Münster zur Bischofskirche; nun hat es auch beim Orgelsound Kathedralrang erreicht. Choräle standen an diesem Abend expressis verbis nicht auf dem Programm – dennoch kamen welche vor: "Was mein Gott will, das g’scheh’ allzeit" jeweils deutlich abgesetzt im Kopfsatz von Mendelssohns f-Moll-Sonate und, um einiges versteckter, die Anklänge an "Straf mich nicht in deinem Zorn" auf der langsamen Etappe bei Reubke. Das Mendelssohn-Opus hatte der Interpret gleichfalls am Hauptspieltisch auf den rauschhaft-brillanten Kehraus hin angelegt. Feine Piano-Nuancen inklusive.

An der barock gestalteten Schwalbennestorgel erklangen die Variationen der Bach’schen Passacaglia nicht als aufregistrierte, aus dem Leisen herauswachsende romantisierte Andachtsübung, sondern historisch informiert: im Forte als Präludium in Passacaglienform plus Fuge. Somit beschritt Schoener hier einen gänzlich anderen Weg als einst sein Freiburger Lehrer Ludwig Doerr. Und das Resultat überzeugte.
Autor: Johannes Adam
Badische Zeitung, Donnerstag, 2. Juli 2009


Christoph Schoener spielte die „Orgelmesse“ mit einer Durchsichtigkeit und Transparenz, die keine Wünsche offen ließ: Bachs bis ins kleinste Detail durchstrukturierte Architektur lag da wie ein aufgeschlagenes Buch, Schoener überließ keine einzige Artikulation dem Zufall. Trotzdem wirkte seine Interpretation alles andere als konstruiert – im Gegenteil: Sein Spiel lebte von einer höchst selten anzutreffenden Sinnlichkeit und Emotionalität. Seinen Namen sollte man sich merken, denn er schafft das, was einen großen Musiker ausmacht: Sein Spiel berührt den Menschen, die „Gemüths-Ergezung“ gelingt ihm überzeugend, um nicht zu sagen: perfekt.
Süddeutsche Zeitung

Es ist vor allem die Synthese aus Rationalität und Emotionalität, die Schoeners Interpretationsweise ihren Nachdruck verleiht und ihr das Gütesiegel künstlerischer Kompetenz aufdrückt.
So geschliffen, so unbeirrt und auf das Wesentliche konzentriert möchte man Bach öfters hören!
Mannheimer Morgen

Christoph Schoener weiß die Orgel ganz stilgerecht zu behandeln und spielt Reger nicht al fresco, sondern höchst subtil in den expressiven Teilen, mit gehöriger Verve, aber immer plastisch in den kraftvollen Passagen.
Ars Organi

Er vertieft sich mit bemerkenswerter Intensität in diese oft unterschätzte Musik (Mendelssohn, Sonaten op. 65). Das führt zu einer genauen, durchdachten und sensiblen Interpretation.
Fono Forum

Glänzende virtuose Leistungen waren die bizarren Groteskerien des Scherzo, aber vor allem die Ecksätze Introduction-Allegro und Final (Vierne, 6. Symphonie). Harte, strahlend schöne Musik, die Nüchternheit und Expressivität in einer Weise verbindet, die Schoeners musikalischem Temperament anscheinend sehr entsprach.
Rheinische Post

Planvoll und bis ins kleinste Detail durchdacht zeichnet sich sein Bachspiel durch eine klare Linie und große Stringenz aus. Artikulation und Agogik sind durchgängig sehr differenziert ausgearbeitet, was zusammen mit der nur als brillant zu bezeichnenden Perfektion Schoeners die 5. Triosonate oder Praeludium und Fuge D-Dur zu wahren Höhepunkten werden lässt.
musica sacra

Mit einer atemberaubenden Selbstverständlichkeit verstand er es, kolossale Klanggemälde zu kreieren. Gerade bei Liszts monumentalem Werk („Ad nos, ad salutarem undam“) demonstrierte er die reichhaltigen Klangmöglichkeiten der Orgel, die Schoener in hochdramatischer Manier voll ausschöpfte.
Westdeutsche Zeitung

Er ist ein Künstler, in dessen Spiel sich das Gespür für formale Logik mit lebhaftem gestalterischem Temperament verbindet. Schoener findet die Balance zwischen Genauigkeit, ja Akuratesse, im Detail und dem weiten Atem, den gerade die zyklopische Architektur Bachs braucht.
Mannheimer Morgen

Schoener gelingt eine zwingende Mischung aus glanzvoller virtuoser Attitüde und analytischer Durchsichtigkeit der motivisch eng verzahnten Formteile (Reubke).
Kölner Stadt Anzeiger

Alles ist in bestem Lot in seinem Spiel, sein Musizieren wirkt sehr ausgeglichen, von überlegener Übersicht und überlegter Gestaltung. Seinem Bach-Spiel bekam dies ausgezeichnet. Eine Virtuosität, die sich nicht gleich zum Effekt veräußerte, wohl aber Stringenz und zügige Spannkraft zu entwickeln wusste. Deutlichkeit aller Verläufe ist gleichfalls ein Wesensmerkmal von Schoeners Spiel.
Rhein-Neckar-Zeitung

Christoph Schoener leitete die neue Saison der Orgelanrechtskonzerte des Gewandhauses ein. Der vielseitig und anregend wirkende Künstler zeigte sich als ein Gestalter, dem analytisches Durchdringen jedes Werkes und genaue Kenntnis der historischen Aufführungspraxis als Voraussetzung für stilsicheres und zugleich lebendiges Musizieren dienen.
Leipziger Volkszeitung

 

 

KONTAKT

Michel-Musik-Büro
St. Michaelis Musik gGmbH
Englische Planke 1
20459 Hamburg
Telefon: (040) 376 78 -143
Telefax: (040) 376 78 -243
Mail: infomichel-musikde